Lesen, Lachen, Wörter schaffen. Leseförderung mit kooperativem Leseverfahren.

Unser Lehrer Herr Georg Hollerwöger hat mit seiner Klasse eine ganz besondere (evidenzbasierte) Leseförderung durchgeführt.

Nachfolgend finden Sie eine Zusammenfassung der Interventionsmaßnahme und am Ende des Textes frei zugängliche Materialien aus dem Projekt. Sie können diese Dokumente downloaden und verändern. Eine kommerzielle Nutzung ist nicht gestattet. Der Name des Urhebers kann gerne genannt werden.

 

 

Die Beschreibung und Evaluation dieses Projekts wurde unter dem Titel

Hollerwöger, G. (2018): Evidenzbasierte Leseförderung mit kooperativen Leseverfahren. Eine Mikrostudie aus der Schulpraxis zum Training der Leseflüssigkeit von Kindern mit Förderbedarf und Teilleistungsschwächen mit Hilfe von Lautlese-Tandems.

veröffentlicht. In diesem Artikel finden Sie eine wesentlich genauere Beschreibung der Methodik und eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema.

 

 

Zusammenfassung:

Erhebungen wie PISA oder IGLU zeigen, dass es vielen Lernenden nicht gelingt Leseaufgaben, die als Mindeststandards gelten, zu bewältigen. Diese Leser haben hierarchieniedrigere Leseprozesse, wie die Leseflüssigkeit, unzureichend ausgebildet. In der nationalen und internationalen Forschung gibt es vielversprechende Befunde zur Förderung von Lesefertigkeiten mit kooperativen Lautleseverfahren. Vor dem Hintergrund der Analyse unterschiedlicher Forschungsprojekte wurde eine Interventionsmaßnahme zur Leseförderung durchgeführt, bei der die Heterogenität der Schülerschaft als Ressource genutzt wurde. Wenn man das Vortest-Nachtest-Design zu zwei Messzeitpunkten heranzieht, konnte bei den SchülerInnen aus der Fördergruppe (im Vergleich zur Kontrollgruppe) eine signifikante Steigerung der Leseflüssigkeit festgestellt werden.

 

Beschreibung der Methode:

Das übergeordnete Ziel des hier vorgestellten Lesetrainings stellt die Steigerung der Leseflüs­sigkeit dar. Aufgrund der vielversprechenden Evaluationsergebnisse von kooperativen Lautlese-Verfahren, wurde für die hier vorliegende Maßnahme eine Förderme­thode gewählt, die sich an den Studien von Rosenbrock et al. (2011) oder Walter et al. (2012) ori­entiert.

In Anlehnung an diese Konzepte gibt es eine Rahmenhandlung, die sich einer Sport­metaphorik bedient. Mit den teilnehmenden Kindern wird dazu erarbeitet, dass Sportler durch gezielte Trai­ningseinheiten ihre Leistung steigern. Analog dazu können sich auch Leser verbessern. Nach diesem Narrativ werden die Schülerinnen und Schüler in Lautlese-Tandems, bestehend aus Trainer und Sportler, eingeteilt.

Nach Abschluss der Einführungsphase und Probedurchläufen, folgten die Trainingseinheiten einem gleichbleibenden Ritual. Dreimal pro Woche am Anfang der Wochenplan- bzw. Freiarbeitsstunde trainierten die Schüler für zehn Minuten. Um das Feedback der Trainerinnen und Trainer zu leiten, wurde mit den Gruppen eine Korrekturroutine eingeübt.

Diese Feedbackkultur ist ein essentieller Bestandteil der Methode. Tutor und Tutand lesen den jeweiligen Textabschnitt zunächst halblaut im Chor. Fühlt sich der Tutand danach sicher, liest er oder sie alleine weiter. Kommt es hierbei zu Fehlern, die nicht unmittelbar korrigiert werden, gibt der Tutor ein Zeichen. Der Teil des Textes wird nun vom Satzan­fang an nochmals gelesen. Jeder Absatz wird mehrfach wiederholt, um flüssiges und möglichst fehlerfreies Lesen zu trainieren. Lob soll der positiven Verstärkung dienen.

 

Ergebnisse:

Gegenübergestellt wurden die Ergebnisse aus dem Vortest und dem Nachtest (getestet wurde mit der Würzburger Leise Lese Probe), um anschließend über die Errechnung des durchschnittlichen Zugewinns die Experimental- (Kinder aus der Fördergruppe) und Kontrollgruppe (die anderen SchülerInnen aus der Klasse) zu vergleichen.

Der durchschnittliche Zugewinn von rund 20 Wörtern der Lesetandems (Experimentalgruppe) im Vergleich zu der Verbesserung von rund 12 Wörtern der Einzelsportler (Kontrollgruppe) zeigt, dass Lernende von der hier beschriebenen sys­tematischen Leseförderung in einem Maße profitieren, das über die zu erwartenden Lernfortschritte durch Deutschunterricht und erhöhte Lesefrequenz (Kontrollgruppe) hinausgeht.

Hervorgehoben werden soll an dieser Stelle, dass sowohl Tutoren (unsere Lesetrainer) als auch Tutanden (die Lesesportler) von der Interventi­onsmaßnahme profitierten. Die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Kinder hatten keine signifikanten Auswirkungen auf den Lernerfolg. Damit stellen die vorliegenden Ergebnisse ein positi­ves Indiz dafür dar, dass Lernende und Lehrende unter bestimmten Umständen von Heterogenität profitieren können. Damit soll ein weiterer Beitrag dazu geleistet werden, die problemfixierte Sichtweise zu heterogenen Lerngruppen im deutschsprachigen Fachdiskurs zu überwinden.

 

Georg Hollerwöger

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