Parallelgedichte

 

Die kreativen Köpfe der Schreibwerkstatt "Wilde Hilde 2.0" schrieben Parallelgedichte zu

 

Bertolt Brechts "Vergnügungen"

 

 

Der erste Blick aus dem Fenster am Morgen

Das wiedergefundene alte Buch

Begeisterte Gesichter

Schnee, der Wechsel der Jahreszeiten

Die Zeitung

Der Hund

Die Dialektik

Duschen, Schwimmen

Alte Musik

Bequeme Schuhe

Begreifen

Neue Musik

Schreiben, Pflanzen

Reisen

Singen

Freundlich sein.

 

 

Wilde Hilde "Alltag":

 

Um 7: 30 Uhr aufstehen, außer am Wochenende

 

Schule sechs oder sieben Stunden

 

lachen

 

essen

 

Hausaufgaben machen

 

Musik hören

 

lesen

 

Mit meinen Freunden quatschen

 

Waveboard fahren

 

Zum Wing Tsun gehen

 

 

Wilde Hilde "Alltag":

 

Der erste richtige wache Moment in der ersten Stunde in der Schule

 

Die Stunden absitzen

 

kaltes Essen

 

Hausaufgaben

 

Aufräumen

 

Schmusen mit der Katze

 

Chatten

 

CDs

 

Fernsehen

 

Essen

 

Telefonieren

 

Bett & Lesen

 

 

und Gottfried Benns "Was schlimm ist":

 

Wenn man kein Englisch kann,
von einem guten Kriminalroman zu hören, der nicht ins
Deutsche übersetzt ist.

Bei Hitze ein Bier sehn,
das man nicht bezahlen kann.

Einen neuen Gedanken haben,
den man nicht in einen Hölderlinvers einwickeln kann,
wie es die Professoren tun.

Nacht auf Reisen Wellen schlagen hören
und sich sagen, daß sie das immer tun.

Sehr schlimm: eingeladen sein,
wenn zu Hause die Räume stiller,
der Café besser
und keine Unterhaltung nötig ist.

Am schlimmsten:
nicht im Sommer sterben,
wenn alles hell ist
und die Erde für Spaten leicht.

 

 

Wilde Hilde "Was schlimm ist":

 

Wenn man ein Buch gelesen hat und

nicht weiß, wie es weiter geht,

aber der nächste Band einfach nicht erscheint.

 

Im Winter an der Bushaltestelle stehen,

frieren und der Bus kommt nicht.

 

Sich langweilen, nicht wissen, was man machen soll,

darüber genervt sein, dass man sich langweilt und

dann alles scheiße finden.

 

Keine Musik hören können,

weil man keine Zeit hat.

 

Gespritzt werden.

 

Sehr schlimm:

Mathe

und

wenn eine Spinne auf dem Körper herumkrabbelt.

 

Am schlimmsten:

Wissen, dass die Sonne scheint,

aber nicht rausgehen können,

weil man krank ist.

 

 

Wilde Hilde "Was schlimm ist":

 

Wenn man beim Arzt sitzt,

und weiß, dass gleich die Frau Doktor kommt

und einem eine Spritze in den Arm jagt.

 

Heißhunger haben im Unterricht,

aber nicht essen können, weil es nicht erlaubt ist.

 

Morgens verschlafen,

keine saubere Kleidung draußen liegen haben und sich durch den Kleiderdschungel im Kleiderschrank kämpfen, um saubere Sachen finden.

 

In den Keller gehen müssen,

obwohl man weiß, dass da Kakerlaken, Ratten und Spinnen lauern könnten.

 

Sehr schlimm: nach einem anstrengenden und harten Tag,

nach Hause kommen und die Mutter teilt Freude strahlend mit,

dass es heute Rosenkohl gibt. Selber glücklich tun müssen, weil die Mutter sich so viel Mühe mit dem Essen gegeben hat.

 

Am schlimmsten: morgens aufwachen und feststellen, dass das Gesicht mit Pickeln übersät und das Make-up leer ist.

 

 

 

 

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