Plötzlich Junge

 

Die Schreibwerkstatt Wilde Hilde hat sich von folgender Aufgabe inspirieren lassen:
 
Stell dir vor, du wachst morgens auf und hast dein Geschlecht gewechselt!
 
Lest selber, was für kuriose und interessante Geschichten dabei heraus kamen.

 

 

Text 1 von 3

 

Plötzlich Junge!!!

 

Als ich am Montagmorgen aufwachte, war alles so wie immer, ich war schrecklich müde, musste aber trotzdem aufstehen. Ich wusste noch nicht, dass dieser Tag wie ein Albtraum werden würde. Doch das änderte sich nach ein paar Minuten. Ich wollte gerade ins Bad gehen, da blieb mein Blick am Spiegel hängen. Ich erschrak mich total, denn mein Spiegelbild hatte breite Schultern, behaarte Beine und Arme, und die Brüste waren flach. Ich war ein JUNGE!!! Ich legte mich nochmal hin.

Ich wollte vor Angst nicht nochmal in den Spiegel gucken. Aber ich beschloss aufzustehen.

Alles lief so ab wie sonst, ich ging ins Bad , packte meine Schulsachen ein und aß noch etwas bevor ich dann zur Schule ging. Meinen Eltern schien nichts aufgefallen zu sein. Deshalb ging ich dann doch einigermaßen entspannt zur Schule. Als ich ankam und die anderen mich sahen, flüsterten sie kurz und ich bekam ein komisches Gefühl. Aber niemand sagte etwas. Wir quatschten bis es klingelte noch ganz normal- so wie immer.

Was am Morgen passiert war, musste also doch Einbildung oder ein sehr real wirkender Traum gewesen sein. Doch da war ich mir am Anfang der ersten Stunde nicht mehr so ganz sicher, denn meine Lehrerinnen sahen mich an, als stünde eine dreiköpfige Katze vor ihnen. Aber auch sie sagten nichts. So ging es dann auch die restlichen Stunden weiter- bis wir Sport hatten.

Als ich mir gerade meine Sporthose anziehen wollte, brachen die anderen Mädchen in schallendes Gelächter aus. Ich war ein JUNGE und stand in der Mädchenumkleide. Das war sooooo peinlich!

Aber das Schlimmste war, dass die anderen, auch meine Freunde, mich auslachten. Sie hatten alle nichts gesagt und lachten mich nun schadenfroh aus. Es war so schrecklich! Ich musste weg. Ich rannte so schnell ich konnte raus, in meine Klasse um mir meine Schultasche zu nehmen und raste aus der Schule raus und zu der Bushaltestelle. Warum? Warum musste ausgerechnet mir das passieren?! Nachdem ich aus dem Bus ausgestiegen war, ging ich zum Friseur und ließ mir die Haare kurz schneiden, dann ging ich nach Hause und machte meinen Nagellack ab und zum Schluss kaufte ich mir Jungskleidung.

Als ich am nächsten Morgen aufwachte, guckte ich zuerst in den Spiegel und ich hätte am liebsten geschrieen! Ich war wieder ein Mädchen! Was sollte das?! Ich wusste es nicht, aber eins war klar: Das, was am Tag zuvor passiert war, würde ich nie wieder vergessen.

 

 

 

Text 2 von 3

 

Ich bin ein Junge!!

 

„Guten Morgen!“, sagte meine Mutter, als sie mich weckte. Sie zog eine Augenbraue hoch und fragte eher gelangweilt als neugierig: „Wieder ein neuer Modetick von dir?“

Ich stand auf und ignorierte sie, ging ins Bad, guckte in den Spiegel und fing an zu schreien.

Meine Mutter brüllte von irgendwo, ich sollte doch bitte aufhören zu schreien, ich brüllte zurück, dass ich einen Grund hätte und dass sie einfach nur herkommen musste, um es zu sehen. Sie kam und ich quietschte mit ungewohnt dunkler Stimme. „Guck dir meine Haare an!!“, sagte ich total entsetzt. „Sie sind weg, ich habe KURZE Haare!!!“ Ich fing an zu heulen. Meine Mutter sagte nun einfach nur noch spitz: „Zieh dich an und komm dann zum Frühstück!“ Ich sah sie entgeistert an, aber ging in mein Zimmer. Als ich grade mein Hemd ausgezogen hatte und meinen neuen mit Spitze angesetzten BH anziehen wollte, fiel mein Blick auf meine Brust. Sie war flach! Ich machte die Augen zu, dann wieder auf, aber meine Brust war immer noch flach. Ich lachte, weil ich das für einen bösen Traum hielt, in dem ich ein Junge war. Also kniff ich mir in den Arm, aber alles was ich spürte war ein Schmerz. Ich riss mich von dem Anblick los, hob den Bund der Hose hoch und erschrak bis ins Mark. Dann begriff ich: Ich war von einem hübschen Mädchen von einem auf den anderen Tag ein Junge geworden. Zugegeben, ich sah nicht mal schlecht aus, aber das wunderte mich nicht. Ich nahms erst mal so hin, ging ein Stockwerk höher zu der Kommode meines Bruders, zog eine saubere Boxer hervor, dann eine Designer Jeans mit Löchern und dazu ein kariertes Hemd, ein paar Sneakers, und aus einem Mädchen wurde ein Junge! Ich kämmte meine Haare und sprühte sie mit Haarspray ein. Danach nahm ich mir ein Basecap, setzte es verkehrt herum auf, nahm mir die Umhängetasche von meinem Bruder, verstaute meine Schulsachen, nahm eine Sonnenbrille und sagte zu meiner Mutter, sie solle mir einen Zettel mitgeben, auf dem stand, dass ich der neue Austauschschüler wäre und fuhr mit meinem Skateboard zur Schule. Dort angekommen starrten ein paar Schüler mich zwar komisch an, aber niemand schien mich zu erkennen. „Gut so!“, dachte ich. Ich ging ins Büro und gab den Zettel ab. Die Frau hinterm Tresen musterte mich sagte dann aber: „Du kommst in die 8a, ich bringe dich da mal hin.“ Ich nickte und lief ihr hinterher. Als sie die Klasse betrat, verstummten sofort alle Gespräche und alle Blicke hefteten sich auf mich. Ich lächelte cool, dann ging ich zur Lehrerin stellte mich vor und sagte ihr, dass ich noch nicht wüsste wie lange ich hier bleiben würde. Sie teilte mir einen Platz genau neben meiner BFF. Sie starrte mich bloß an, nahm ihre Sachen zu Seite und sagte: „Hi!“ Ich lächelte und gab ihr meine Hand und sagte: „Hi, ich sitze wohl jetzt neben dir, ich hoffe es stört dich nicht....“ Sie lächelte schief, dann antworte sie: „Kein bisschen“. Nach den ersten zwei Stunden, als es zur Pause klingelte, sprang sie auf und sagte: „Komm ich zeig dir alles....erst die Aula, danach den Schulhof, Sportplatz, Turnhalle, Kunstraum, die Küche, den Musikraum und alle anderen Räume und so was dich interessiert oder was du wissen musst“. Nachdem sie mir alles gezeigt hatte, was ich aber ja schon kannte, gingen wir auf dem Schulhof rum und sie erzählte alles Mögliche von Gott und der Welt, was ich natürlich ebenfalls alles schon kannte, was ich ihr aber nicht sagte, sondern einfach aufmerksam und interessiert tat. Dann endlich klingelte es und ich stürmte ins Gebäude und auf meinen Platz. Ich guckte auf den Stundenplan und sah, dass ich jetzt Sport hatte - also nahm ich meine mitgebrachten Sportsachen und wollte gerade in die Mädchenumkleide gehen, da fiel mir noch zum Glück ein, dass ich ja jetzt ein Junge war, also ging ich mit einem gewählten Gesichtsausdruck in die Jungenumkleide und dachte, ich kippe gleich um bei diesen Puma Gestank! In der Umkleide roch es wirklich echt nach Pumakäfig. Also beeilte ich mich mit dem Umziehen und rannte, als ich fertig war, so schnell ich konnte in die Sporthalle. Ich sagte dem Sportlehrer hallo und stellte mich schnell vor. Als wir alle da waren, meinte er, dass wir heute ein Spiel spielen würden. Nach der Sportstunde beeilte ich mich wieder schnell fertig zu werden, denn ich hatte jetzt zwei Stunden NAWI, worauf ich ehrlich keine Lust hatte, denn ich bin echt schlecht in NAWI . Ich weiß ehrlich nicht mehr, wie ich die erste Stunde aushielt ohne in der Pause wieder mit meiner besten Freundin rumzuhängen, die mir ihre ganzes Leben erzählte, was mir auf die Nerven ging. Die zweite NAWI Stunde war aber noch langweiliger - richtig zum Einschlafen. Und danach blühte mir noch eine ganze Stunde Mathe. Die Mathestunde überlebte ich. Aber danach die Englischstunde war so anstrengend, dass ich mit Kopfschmerzen nach Hause ging. Zuhause wartete mein Bruder schon auf mich und sah mich total entgeistert an. Ich knurrte: „Kein Kommentar!!!!!“

Er schnurrte: „Schwesterchen, Schwesterchen du bist ja ein Prachtexemplar von einem Kerl, fast schon so hübsch wie ich!“ Ich lachte trocken und gab eiskalt zurück: „Brüderchen, du bist vieles, aber ganz sicherlich nicht hübsch!“ Damit ging ich, ohne ihn noch eines Blickes zu würdigen, an ihm vorbei. Sagte meiner Mutter hallo, machte mir Mittag und verschwand in meinem Zimmer, setze mich an den Schreibtisch, machte Musik an und schaute mir meine aufgegebenen Hausaufgaben an. Ich machte sie und aß mein Essen, danach schnappte ich meine Tasche, sagte tschüss und schwang mich auf mein Skateboard und fuhr zum Bücherbus und gab meine Sachen ab. Als ich neue Sachen ausleihen wollte, guckte mich die Frau ziemlich komisch an und sagte: „Dieser Ausweis ist auf eine Fabiénne angemeldet und wenn ich dich mir angucke, bist du ganz sicherlich nicht weiblich und daher auch nicht Fabiénne.“ Ich gab ihr kühl zurück: „Das haben Sie aber echt gut erkannt, ich bin ihr Bruder und hab den Auftrag von ihr bekommen.“ Sie musterte mich von meiner Basecap bis zu meinen Sneakers und sagte: „Ich werde die junge Dame nächste Woche fragen und wenn sie mir sagt, sie kennt dich nicht, dann kriegen wir Stress! Alles klar?“ „Klar!“, gab ich gelassen zurück. Dann lieh ich mir neue Sachen aus. Als ich wieder zu Hause war, ging ich noch raus.Danach aß ich Abendrot. Dann setze ich mich an mein Portfolio und arbeite daran bis halb 12. Dann ging ich endlich ins Bett und schlief mit den Gedanken und der Hoffnung ein, dass ich morgen wieder ein Mädchen wäre.

 

 

 

Text 3 von 3

 

Über Nacht zum Jungen!!!

 

Nach einer langen Nacht, in der ich mit meinen Freundinnen meinen 14. Geburtstag gefeiert hatte, stand ich am Sonntag um 10.14 Uhr auf. Meine Eltern und meine Schwester waren schon zur Messe, darum war ich bis 12.00 Uhr alleine zuhause, was auch wirklich gut war. Nachdem ich schlaftrunken von meinem Hochbett hinunter geklettert war, fiel mir noch nicht auf, was mit mir passiert war, aber als ich mich unten im Spiegel sah, schoss mir durch den Kopf: „Träume ich noch oder was?!“

Danach wurde mir aber klar: Ich bin ÜBER NACHT ZUM JUNGEN GEWORDEN!!!

Ich schrie aus voller Kehle den Spiegel an (aber so, dass es die Nachbarn nicht hören konnten). Ich hatte einen Under-cut, behaarte Beine und eine ziemliche Beule zwischen den Beinen, aber am schlimmsten war, meine Brüste waren weg! Dass ich ein Junge war, fühlte sich auf jeden Fall seltsam an, aber auch irgendwie auf eine sehr komische Art cool zu sehen, wie der Alltag eines Jungen aussieht. Wirklicher Mist war aber: Ich vermisste alle Dinge die ein Mädchen ausmachen. Ich sah mich in meinem Zimmer um: die Wände waren nicht mehr rosa sondern schwarz, wo mein großer Schrank vorher war, stand nun eine kleine Kommode, auf der ein Fernseher mit verschiedenen Spielekonsolen und ziemlich vielen Spielen war. Viele der Konsolen und Spiele kannte ich, aber nicht alle. Ich öffnete die Kommode unter dem Fernseher und sah erstaunlich wenig Klamotten. Nachdem ich mir halbwegs gute Sachen ausgesucht hatte, sah ich auf meinem Schreibtisch schon Sachen, die ich oder meine Mutter anscheinend am Abend vorher rausgesucht hatten. Ich zog die Sachen an und setzte mich auf das Sofa in meinem Zimmer. 5 Minuten später bekam ich eine Whatsappnachricht von einem Jungen aus meiner Klasse, mit dem ich anscheinend sehr gut befreundet war: Er schrieb mir, ob er gleich zu mir kommen könnte, um ein wenig zu zocken (ein wenig-hahaha - 3 Stunden). Natürlich schrieb ich zurück und ich überlegte, ob ich das schreiben soll, dass ich über Nacht ein Junge geworden bin und ob er etwas davon wüsste. Tat ich dann doch nicht, ich wollte ihn ja schließlich nicht verwirren. Ungefähr 10 Minuten später war er dann auch da. Schon den ganzen Tag tat ich Dinge, die für einen Jungen komplett normal sind, obwohl ich das noch nicht mal merkte, dass etwas anders ist: Besser gesagt es gab irgendwie so ein Gefühl, das will, dass ich ein Junge bin und bleibe - aber ich hoffe, dass das heute Abend wieder weg ist. Was auch noch seltsam ist, dass nicht nur ich mich verändert habe, sondern auch alles um mich herum - zum Beispiel meine Freunde, mein Zimmer und alles andere.

Morgen hab ich wieder Schule! Nachdem wir eine Weile gezockt hatten, sprach ich ihn darauf an, indem ich fragte: ,,Kannst du dir vorstellen über Nacht zum Mädchen zu werden?“. Darauf antwortete er, was mich komplett überraschte: ,,Bist du doch schon“. Danach ist er so schnell wie möglich abgehauen, bevor ich etwas sagen konnte. Später sind meine Eltern dann auch wieder gekommen. Mein Vater hat mich gefragt, ob ich mit ihm kochen möchte. Natürlich habe ich sofort mit „Ja“ geantwortet und wir haben mein Lieblingsessen gemacht: Hähnchen, Kartoffeln, Waldpilz-Soße und Buttergemüse. Nachdem wir gegessen hatten, hab ich Hausaufgaben gemacht und ansonsten keine besonderen Dinge getan..... abgesehen davon, dass ich am nächsten Tag wieder ein Mädchen war, worüber ich sehr, sehr, sehr froh war.

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Katholische Schule Sankt Hildegard Schule für Kinder mit speziellem Förderbedarf