Konzept

Liebe Leserinnen und Leser!

 

Die katholische Schule Sankt Hildegard ist eine staatlich anerkannte Grund- und Oberschule für Kinder und Jugendliche mit spezifischem Förderbedarf. Sie umfasst eine verlässliche Halbtagsgrundschule (Klassen D1*) bis 6) und eine Sekundarstufe I (Klassen 7 bis 10).

Im Folgenden möchten wir Ihnen unser pädagogisches Konzept vorstellen, um Ihnen unsere Arbeit etwas näher zu bringen.

 

Wir sind eine lernende Schule.

 

Wir sehen die KSSH als lernende Schule und passen unsere Konzepte und institutionellen Lösungen dem Bedarf unserer Schülerschaft an. So stellen wir uns stets aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen, sowohl auf individueller als auch auf konzeptioneller Ebene.

 

Aktuell lassen wir uns im Sinne der schulischen Qualitätsentwicklung von außerschulischen Experten begleiten. Dieser Lernprozess und unsere permanente Selbstreflexion im Rahmen des innerschulischen Qualitätsmanagements können zu Veränderungen in der nachfolgenden Konzeption führen.

 

Überarbeitete Version 2017 vom "Team Schulentwicklung"

auf Basis des Konzepts von P. Waldbrunn.

 

Anmerkung:
Im Zuge der besseren Lesbarkeit schließt die männliche Form die weibliche mit ein.
*) siehe: Die diagnostisch – therapeutische Schulanfangsphase

 


Leitmotiv

Gemäß unseres christlichen Menschenbildes sehen wir jeden einzelnen unserer Schüler als Geschöpf Gottes mit seinen individuellen Eigenarten, Fähigkeiten und Grenzen.
Dementsprechend erfolgt die Entwicklungsförderung der Schüler an der katholischen Schule St. Hildegard nach einem ganzheitlichen und individuell abgestimmten Konzept, das an Hand umfassender Differential- und Prozessdiagnostik erstellt und regelmäßig überprüft wird (individueller Förderplan).
Somit bilden Diagnostik, Unterricht, Therapie und Förderunterricht, Erziehung und Schulleben eine Einheit. Gewährleistet wird diese durch den ständigen Austausch aller an der Förderung eines Schülers Beteiligten und den sich daraus ergebenden Handlungsanpassungen.
In diesem Sinn ermöglicht uns die Betrachtung des Einzelnen auf der Basis des christlichen Menschenbildes, dass wir durch eine höchstmögliche individuelle Förderung pädagogisch wirken im gleichzeitigen Wissen um die Einmaligkeit und Besonderheit des Schülers.

 

 

Christliches Leben

Schulpastoral in der KSSH

 

Anliegen unserer Schule ist es, Kinder und Jugendliche aus dem christlichem Glauben heraus individuell so zu fördern, dass sie selbstständig und verantwortungsbewusst handelnde Mitglieder in Gesellschaft und Arbeitswelt werden. Dabei sollen Fragen nach den Grundlagen der menschlichen Existenz in den Schulalltag mit einbezogen werden und ihre Beantwortung aus christlicher Sicht finden. Schulpastoral ist ein vom Geist des Evangeliums getragener Dienst an allen Menschen der Schulgemeinschaft.

In der Schulpastoral wird das Kind mit seinen Bedürfnissen und Entwicklungsmöglichkeiten in die Mitte gestellt. In diesem Sinne sind alle Mitglieder der Schulgemeinschaft miteinander verbunden; jeder ist sowohl „Gebender“ als auch „Empfangender“ – je nach pastoralem Handlungsfeld in unterschiedlichem Maß.

Als Prinzipien der Schulpastoral gelten für uns, christlichen Geist und die froh- und heil machende Wirkung des christlichen Glaubens erfahrbar zu machen. Jeder Schüler soll mit seinen Bedürfnissen und Problemen als Person wahrgenommen und respektiert werden und demzufolge dort abgeholt werden, wo er steht.

Die Schulpastoral ist ökumenisch ausgerichtet und soll speziellen konfessionellen  Prägungen Rechnung tragen.

Als Prinzipien pastoralen Handelns im Umgang zwischen Lehrern und Schülern und der Schüler untereinander sehen wir Toleranz und Offenheit, Rücksichtnahme und Respekt im gegenseitigen Umgang, Vertraulichkeit und das Bemühen, niemanden auszugrenzen.

Als weiteres Prinzip sehen wir die Notwendigkeit und die Möglichkeit, authentisch zu sein und die eigenen Grenzen zu erkennen und zu akzeptieren.

Die Prinzipien sind Grundlage verschiedener Bereiche und Interaktionen der Schulpastoral, die untrennbar miteinander verbunden sind.

  • Helfende Begleitung und Beratung
  • Lebens- und Glaubenshilfe
  • Förderung und Erweiterung von Entwicklungen der Persönlichkeit
  • Eröffnung von religiösen Erlebnis- und Erfahrungsräumen
  • Sensibilisierung für Versöhnung, Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung
  • Entwicklung einer menschlichen und lebendigen Schulkultur
  • Übernehmen von Verantwortung füreinander


Diese Bereiche der Schulpastoral werden in verschiedenen Aktionsfeldern deutlich.

Schulgottesdienste haben einen ökumenischen Charakter. In besonders gestalteten Gottesdiensten werden Taufe, Erstkommunion, Konfirmation und Firmung gefeiert. Im Rahmen eines Gottesdienstes im Jahr wird der verstorbenen Mitschüler und Lehrer gedacht.

In Morgenkreisen, Stille- und Meditationsübungen erfahren die Schüler Möglichkeiten, zur Ruhe zu finden.

Die Gestaltung von Festen und die Beteiligung an Projekten der Hilfswerke (z. B. Misereor, Brot für die Welt, Sternsingeraktion) sind Aktivitäten, die aus der begrenzten Schulgemeinschaft hinausführen.

Religiöse Bildung, speziell im Religionsunterricht, wobei es Ziel ist, die Unterrichtsinhalte der anderen Fächer mit dem Religionsunterricht zu vernetzen. Katholischer und evangelischer Religionsunterricht sind ordentliche Lehrfächer der Schule.

Tage religiöser Orientierung, die wichtige Schritte einer Klassengemeinschaft begleiten können.

Betont werden soll die Nähe zur Sozialarbeit und psychologischen Betreuung, die in der Hilfestellung in Konfliktsituationen, der Begleitung sterbender und schwer kranker Schüler sowie dem Angebot einer Begleitung nach dem Schulabgang deutlich wird.

Insgesamt sehen wir die Schulpastoral nicht als einen isolierten Faktor an, sondern wir betrachten sie als ein interaktives Geschehen aller Mitglieder der Schulgemeinschaft und setzen voraus, dass sie viele pädagogische Bereiche beeinflusst und gestaltet sowie umgekehrt von diesen geprägt und gefordert wird.

 

 

Besondere pädagogische Aufgaben der KSSH im Überblick

 

Kinder, die nach schweren Krankheiten nur vorübergehend schonungsbedürftig sind und Bildungslücken auszugleichen haben, werden solange gefördert, bis sie einer entsprechenden Schule zugeführt werden können.

Chronisch kranken Kindern und Kindern mit Körperbehinderungen wird ggfs. während der gesamten Dauer der Schulpflicht eine optimale Bildung und Erziehung vermittelt. Sie werden befähigt ihre Beeinträchtigungen zu akzeptieren und ihre Begabungen zu entwickeln.

Kinder mit Entwicklungsrückständen bekommen die Möglichkeit in einer diagnostisch-therapeutisch begleiteten Schulanfangsphase mit sorgfältiger Diagnose und darauf aufbauender individueller Förderung ein Jahr länger an fehlenden basalen Kompetenzen zu arbeiten, um diese nach Möglichkeit auszugleichen.

Es wird eine soziale Integration der Schüler angestrebt. Um die individuellen Defizite pädagogisch aufzuarbeiten, finden in erhöhtem Umfang Fördermaßnahmen statt, die einen Anschluss an die normale Lerngruppe zum Ziel haben. Dementsprechend wird für jeden Schüler in mindestens halbjährlich stattfindenden Konferenzen ein Förderplan erstellt beziehungsweise überarbeitet.

Wir arbeiten verantwortungsbewusst und vertrauensvoll mit den Eltern und außerschulischen Therapeuten zusammen, um eine bestmögliche inner- und außerschulische Förderung unserer Schüler zu erreichen. Kontinuierliches Zusammenwirken zwischen den Mitarbeitern der Schule und den Erziehungsberechtigten ist unerlässlich. Dies erfordert Bereitschaft zu gegenseitigem Verstehen und Informieren. Elternberatung ist wesentlicher Bestandteil des Schullebens.

 

  • In der 7. Klasse nehmen die Jugendlichen an einem Sozialen Gruppentraining (SGT) teil.
  • Ab der Klassenstufe 9 erhalten die Schüler, die den Mittleren Schulabschluss anstreben, zusätzlich eine individuelle Förderung in Kleingruppen.
  • Wir bieten für alle Schüler im Anschluss an den Unterricht eine offene Hausaufgabenbetreuung an.
  • Neben dem Unterricht bieten wir klassenübergreifende Arbeitsgemeinschaften an.

 

Diagnostik

 

Unser ganzheitliches Förderkonzept setzt umfassende Differenzial- und Prozessdiagnostik für jedes einzelne Kind voraus. Dabei steht für uns nicht die normative Beurteilung der Kinder im Mittelpunkt, sondern die auf die individuellen Stärken und Schwächen abgestimmten Fördermöglichkeiten, die in einem Förderplan festgehalten werden.

  • Für jeden Schüler werden folgende Informationen erfasst:
  • Entwicklung des Kindes (Schwangerschaft, Geburt...)
  • Familiensituation
  • Tests zur Erfassung der verschiedenen Wahrnehmungs- und Motorikbereiche sowie des Sprachstandes
  • medizinische Untersuchungsergebnisse
  • Verhaltensbeobachtung in Gruppen- und Einzelsituationen.

Zur Beurteilung des Verlaufs der Entwicklung beim einzelnen Schüler und als Rückmeldung für den Erfolg der Fördermaßnahmen wird der Unterricht diagnostisch begleitet. Die Tests werden von den in der jeweiligen Klasse tätigen Sonderschullehrern in Zusammenarbeit mit der Psychologin, den Krankengymnastinnen, der Logopädin bzw. dem Arzt durchgeführt.

 

 

Aufnahmekriterien

Es muss ein sonderpädagogischer Förderbedarf vorliegen. Kinder mit dem Förderbedarf "Geistige Entwicklung" werden derzeit nicht aufgenommen.

Damit die Schüler ihrer Behinderung entsprechend gefördert werden können, sind für die Aufnahme externe medizinische und psychologische Gutachten erforderlich. Aus den vorliegenden Gutachten muss sich die Notwendigkeit einer besonderen Beschulung ergeben.

Im Rahmen eines ausführlichen Aufnahmegesprächs, an dem  die Erziehungsberechtigten, der Schulleiter, die Klassenlehrkraft sowie die Psychologin der Schule teilnehmen und der Schüler nach Bedarf anwesend ist, findet ein intensiver Austausch über die bisherige Entwicklung und den Förderbedarf des Kindes statt.

Für Schüler, die neu in die Schule aufgenommen werden beziehungsweise in die Oberschule übergehen, gilt das erste Halbjahr (laufende sechs Monate) als Probehalbjahr.

Mit der Aufnahme ihres Kindes erklären die Eltern ihr Einverständnis zu  der  begleitenden Förderdiagnostik ihres  Kindes. Die Eltern werden über das diagnostische Vorgehen und die Ergebnisse informiert. Erhobene Befunde werden nur mit dem Einverständnis der Eltern weitergegeben.

Weiterhin erklären sich die Eltern bereit, aufgenommene oder beendete Therapien bzw. unterrichtsfördernde Maßnahmen dem Klassenlehrer umgehend mitzuteilen.

 

 

Unterricht – Voraussetzungen und Merkmale

 

Katholische Schulen sehen es im Rahmen ihres christlichen Menschenbildes als ihre Aufgabe an, füreinander in Sorge zu treten und Kindern eine Chance für eine angemessene Entwicklung und Erziehung zu geben.

Unsere besondere Fürsorge gilt Schülern mit Behinderungen, chronischen Erkrankungen und Entwicklungsrückständen sowie den daraus resultierenden Bedürfnissen.

Die Schülerschaft an der Katholischen Schule St. Hildegard setzt sich aus Kindern und Jugendlichen zusammen, die sich individuell in ihren Bedürfnissen sehr stark unterscheiden.

Als Krankheitsbilder seien beispielsweise genannt:

Erkrankungen des Muskel- und Bewegungsapparates (z.B. Cerebralparesen), Anfallserkrankungen (Epilepsien),  Herz - Kreislauferkrankungen, Allergien und   Unverträglichkeiten, Krebserkrankungen, Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit  und  ohne  Hyperaktivität (ADS / HKS) sowie verminderter Konzentration bei erheblicher Unruhe und Impulsivität, psychosomatische Erkrankungen (z.B. Neurodermitis, Essstörungen) u. a. m..

Diese Erkrankungen erfordern je nach Diagnose und Ausprägungsgrad eine individuelle Betreuung, Versorgung, Hilfestellung und Förderung.

Bei uns bilden Diagnostik, Unterricht, Therapie und Förderunterricht, Erziehung und Schulleben eine Einheit. Das verlangt von uns als Mitarbeitern stets aufs Neue die Überprüfung des erzieherischen, pädagogischen und therapeutischen Handelns.

Dementsprechend haben wir folgende Merkmale als verbindlich für jeden Unterricht festgelegt:

  • Eine klare Strukturierung, die sich in einem gemeinsamen Tagesbeginn und der Information der Schüler über den geplanten Tages- bzw. Stundenablauf zeigt.
  • Individuelles Fördern, in Form von innerer und äußerer Differenzierung auf der Grundlage der individuell erstellten Förderpläne, deren Ziele den Mitarbeitern, Eltern und Schülern transparent gemacht werden.
  • Ein lernförderliches Klima, in dem sich Schüler und Lehrer an eingeführte Rituale und gemeinsam erstellte Regeln mit dem Ziel einer gewaltfreien Kommunikation*) und in gegenseitiger Wertschätzung halten.
  • Weiterhin ist die individuelle Sprachförderung Bestandteil jedes Unterrichts. Hierzu zählt u. a. eine gezielte Wortschatzerweiterung zu den aktuellen Unterrichtsthemen sowie die jeweils angemessene und die individuell zu erreichende sprachliche Kompetenz* des Schülers. Eine gezielte Förderung des schriftlichen Bereiches schließt sich an die Sprachförderung an und ergänzt diese.
    *) Um dieses Ziel erreichen zu können, bedarf es zeitnaher Fortbildungen des Kollegiums

 

 

Die diagnostisch - therapeutische Schulanfangsphase

 

Ziel der diagnostisch – therapeutischen Schulanfangsphase ist die ganzheitliche Förderung von Schülern, die aufgrund einzeln oder kombiniert auftretender Störungen und Schwächen in ihrem Lernen, ihrer Emotionalität, ihrer Sensorik, ihrer Motorik, ihrer Sprache, ihrem Sozialverhalten und in ihrer Wahrnehmung deutlich beeinträchtigt sind. Durch spezifisch - therapeutische Angebote werden fehlende basale Kompetenzen weiter entwickelt. Unter Berücksichtigung der individuellen Ausgangslage sollen durch eine Verzahnung von Diagnostik, Unterricht, Erziehung, Förderung und Therapie Entwicklungs- und Lernrückstände abgebaut und individuelle Stärken der Schüler entfaltet werden. Diese umfassenden Maßnahmen erfordern eine reguläre Verweildauer von drei Jahren in der Schulanfangsphase mit einem Unterricht im Zwei - Pädagogen - System und einer Klassenfrequenz von zehn Schülern. Bei vorzeitigem Erreichen der Lern- und Entwicklungsziele können Schüler vorzeitig in die nächst höhere Klassenstufe aufrücken.

In der Regel werden die Eltern durch begleitende medizinische (pädiatrische) Einrichtungen auf das besondere Schulangebot hingewiesen. Der Aufnahme von Schülern geht die Einreichung von medizinischen (fachmedizinischen) und psychologischen / sonder-pädagogischen Stellungnahmen voraus, die die besondere Beschulung an der Katholischen Schule St. Hildegard empfehlen.

Dies sind in der Regel die Diagnose- und Behandlungszentren der einzelnen Bezirke, Klinische Einrichtungen wie Charité, St. Joseph Krankenhaus, Vivantes Klinikum oder bezirkliche Fachabteilungen wie Schulpsychologische Beratungsstellen, Behindertenfürsorge, Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst u.a., aber auch fachärztliche Praxen. 

Viele dieser Kinder zeigen zum Zeitpunkt der Aufnahme Rückstände oder Verzögerungen im Bereich der sprachlichen, motorischen, kognitiven oder sozial-emotionalen Entwicklung und benötigen vielfältige Anregungen und therapeutische Hilfen zur Aufarbeitung und Kompensation in der Bewältigung der Anforderungen.

Die diagnostisch - therapeutische Schulanfangsphase versteht sich als pädagogische Einheit. Ihr Unterricht orientiert sich am Rahmenplan der ersten und zweiten Klassenstufe der Berliner Grundschule. Die Stundentafel setzt sich aus Stunden des Vorfachlichen Unterrichtes sowie des therapeutischen Schwimmens und der Psychomotorik zusammen. Diese intensive motorische Förderung ermöglicht den Schülern das Erweitern ihres Bewegungsraumes, den Ausbau ihrer Bewegungserfahrungen und die Förderung der motorischen Kompetenzen.

Im Vorfachlichen Unterricht steht neben dem Lese- und Schreiblehrgang sowie dem Erwerb mathematischer Grundkompetenzen die Förderung sämtlicher basaler Wahrnehmungsbereiche im Vordergrund. Religion ist an der Katholischen Schule St. Hildegard ordentliches Lehrfach und wird ebenso wie der Unterricht im künstlerisch – ästhetischen und im sachkundlichen Bereich im Rahmen des Vorfachlichen Unterrichtes gelehrt. Die musikalische Frühbildung erfolgt zum Teil klassenübergreifend.

Damit die individuellen Lernvoraussetzungen und die einzelnen Lernbedürfnisse ausreichend berücksichtigt werden können, muss in der diagnostisch - therapeutischen Schulanfangsphase mit verminderter Schülerfrequenz (zehn Schüler) unterrichtet werden. Im Bedarfsfall findet eine Einzelförderung statt, die parallel zum Unterricht der Klasse erfolgt. Die Teamarbeit und Kooperation zweier Pädagogen innerhalb des Klassenverbundes ermöglicht ein intensives Arbeiten in Teilungs- und Kleingruppen, in denen die Schüler auch entsprechend ihrer Stärken und Schwächen gefördert werden. Durch die Erziehung und Unterrichtung im Klassenverbund sowie durch das verstärkte Arbeiten in Partner- und Kleingruppen werden das soziale Lernen und die emotionale Kompetenz gestärkt.  Durch den  Einsatz wechselnder Methoden wie Lernbuffet, Wochenplan-, Stationen- und Freiarbeit wird das selbstständige und eigenverantwortliche Lernen angeregt und entwickelt. 

 Wichtige therapeutische Elemente u.a. zur Sprach- und Wahrnehmungs-förderung fließen durch den Sonderpädagogen in den Unterricht ein und umfassen einen großen Teil des fördernden, therapieimmanenten Unterrichtes. Diese therapeutischen Maßnahmen werden durch das Angebot von Logopädie und Physiotherapie der schulinternen Therapeuten ergänzt.

Während des Besuchs der diagnostisch - therapeutischen Schulanfangsphase erfolgt sowohl für die Klasse als auch individuell für jeden Schüler eine Förderdiagnostik, um den individuellen Förderbedarf des Kindes festzustellen und daraus Rückschlüsse auf die schulischen Angebote, Förderungen und Therapien ziehen zu können. 

Im Verlauf der diagnostisch - therapeutischen Schulanfangsphase werden durch begleitende Diagnostik die Fortschritte des Kindes überprüft und bestehender Förderbedarf vermerkt.    

Wir unterscheiden somit Eingangsdiagnostik, interne Förderdiagnostik und Verlaufsdiagnostik.

Es wird ferner zwischen einer Basisdiagnostik, die für alle Schüler durchgeführt wird, und einer Bedarfsdiagnostik, die für einzelne Schüler bei Hinweisen auf Auffälligkeiten eingesetzt wird, unterschieden. 

Der diagnostische Prozess erfolgt in Kooperation und Austausch aller zur Verfügung stehenden Fachkräfte (Lehrkräfte, Sonderpädagogen, Psychologe, Sozialarbeiter, Logopäde, Krankengymnast).

Dabei wird der notwendige Austausch mit den Eltern und außerschulischen Therapeuten angestrebt, um gemeinsame Ziele und Schwerpunkte abzusprechen und aufeinander abstimmen zu können.

 

Die diagnostisch - therapeutische Schulanfangsphase im Überblick

  • Aufnahme ab 5 1/2 Jahren
  • reduzierte Schülerfrequenz (10)
  • Unterricht im Zwei - Pädagogen – System (Kooperation von Lehrer und Sonderpädagoge)
  • reguläre Verweildauer von drei Jahren in der Schulanfangsphase unter Anrechnung von nur zwei Schulbesuchsjahren
  • verbale Beurteilung von Lernzielkontrollen und Verbalzeugnisse zum Ende des Schuljahres
  • Eingangs-, Förder- und Prozessdiagnostik
  • Verbindung von Unterricht und Therapie
  • spezifische zusätzliche Förderung in den Bereichen Wahrnehmung, Motorik und Sprache
  • Betreuung durch Sozialpädagogin und Psychologin
  • Kooperation mit Ärzten, Psychologen, Therapeuten
  • Logopädie und Physiotherapie während der Unterrichtszeit in der Einzelförderung
  • Psychomotorik
  • heilpädagogisches Schwimmen
  • LRS – Förderung
  • Dyskalkulie - Training

 


Die Klassenstufen 3 bis 6

Nach der diagnostisch – therapeutischen Schulanfangsphase erfolgt ein fließender Übergang in die Grundschulklasse drei. Auch der Unterricht in den Klassen 3 bis 6 orientiert sich an den besonderen Lernausgangslagen der Schülerschaft. Unsere Schule bietet spezielle Voraussetzungen, die uns ein differenziertes Eingehen auf jedes einzelne Kind und seine Bedürfnisse ermöglichen. Aus individuellen Lernstandserhebungen werden entsprechende Förderziele und eine passende Orientierung an Lernzielen aus den Anforderungen des Rahmenlehrplans der Berliner Grundschulen abgeleitet.

Die Klassen haben in der Regel nicht mehr als 12 Schüler und es wird überwiegend nach dem Zwei – Pädagogen – System unterrichtet.

Durch verschiedene Formen der äußeren und inneren Differenzierung, wie z.B. Teilungs- und Kleingruppenunterricht oder die Arbeit an individuellen Tagesplänen, sind wir bestrebt jedes Kind dort abzuholen, wo es steht. In begründeten Einzelfällen erfolgt auch eine kurzzeitige Einzelförderung in bestimmten Bereichen, um größere Lücken zu schließen und den Anschluss an die Lerngruppe zu ermöglichen.

Im Hinblick auf den bald eintretenden Übergang in die Sekundarstufe I und den damit verbundenen Empfehlungen, erhalten die Schüler ab Klassenstufe 5 aufgrund ihrer gezeigten Fertigkeiten und Fähigkeiten, nun verstärkt Aufgaben mit unterschiedlichen Leistungsanforderungen.

Durch den Einsatz offener Unterrichtsmethoden wie Werkstattarbeit und Lernbuffet, Lernen an Stationen und Freiarbeit, Wochenplan- und Tagesplanarbeit, sowie Projekten werden die Kinder zu selbständigem und eigenverantwortlichem Lernen angeregt. 

Diese Arbeitsformen ermöglichen es uns zum einen auf die unterschiedlichen Bedürfnisse unserer Schüler, ihre Stärken und Schwächen einzugehen, zum anderen bieten diese Unterrichtsformen vielfältige Situationen für soziale Erfahrungen.  

Wir legen Wert darauf, wo immer es möglich ist, Fächer und Unterrichtsthemen untereinander zu vernetzen und somit eine ganzheitliche Herangehensweise an ein Sachgebiet zu realisieren.

Für Schüler die erst nach der diagnostisch - therapeutischen Schulanfangsphase in unsere Schule aufgenommen werden, wird je nach Bedarf, eine differenzierte Eingangsdiagnostik durchgeführt, bei allen anderen Schülern setzen wir die in der  diagnostisch - therapeutischen Schulanfangsphase begonnene Förderdiagnostik fort. Der diagnostische Prozess erfolgt (wie auch in der diagnostisch - therapeutischen Schulanfangsphase) in Kooperation und im Austausch mit allen zur Verfügung stehenden inner- und außerschulischen Fachkräften. Die Ergebnisse dieser diagnostischen Arbeit werden in individuellen Förderplänen für jeden einzelnen Schüler festgehalten.

Sie wirken sich auch auf die Planung und Methodik des Unterrichts aus. Wir versuchen dadurch einen therapieimmanenten Unterricht zu gewährleisten.

Ein Schwerpunkt der Arbeit in den Klassen 3 bis 6 ist die Leseförderung, in der es vor allem um das sinnerfassende Lesen und Verstehen zunehmend längerer Texte und um die Arbeit mit Sachtexten geht. Ab Klasse 5 steht für die Leseförderung eine zusätzliche Unterrichtsstunde zur Verfügung.

Für die Förderung von Kindern mit einer Lese – Rechtschreibschwäche oder einer Rechenschwäche bieten ab Klassenstufe 3 geschulte Kolleginnen zusätzliche Förderstunden an.

Unsere Grundschüler erhalten in allen Klassenstufen im Rahmen der vorgegebenen  Sportstunden mindestens einmal wöchentlich Schwimmunterricht.

Außerhalb des Unterrichts kooperieren wir mit dem nahe liegenden Hort, bieten schulintern eine tägliche Betreuung der Hausaufgaben, die Teilnahme an verschiedenen Arbeitsgemeinschaften und ein Internetcafe an.

 

Die Klassenstufe 3 bis 6 im Überblick

  • Orientierung am Rahmenlehrplan der Berliner Grundschulen
  • reduzierte Schülerfrequenz (12)
  • Unterricht im Zwei - Pädagogen – System (Kooperation von Lehrer und Sonderpädagoge)
  • bevorzugt offene Unterrichtsformen, wie z.B. Tages- und Wochenplanarbeit, Projekte, ...
  • unterschiedliche Formen innerer und äußerer Differenzierung
  • Schwerpunkt Leseförderung
  • Notenzeugnisse zum Halbjahr und zum Ende des Schuljahres; in den Klassenstufen 3 und 4 können Eltern und Lehrer gemeinsam beschließen, dass einerseits statt der Notenzeugnisse Verbalzeugnisse erteilt und / oder die Halbjahreszeugnisse durch Zeugnisgespräche ersetzt werden.
  • Eingangs-, Förder- und Prozessdiagnostik
  • individuellem Förderpläne für alle Schüler
  • Verbindung von Unterricht und Therapie
  • in Einzelfällen spezifische zusätzliche Förderung in den Bereichen Wahrnehmung, Motorik und Sprache
  • Betreuung durch die Sozialpädagogin und die Psychologin
  • Angebote zur Suchtprophylaxe in Zusammenarbeit mit der Sozialpädagogin
  • Kooperation mit Ärzten, Psychologen, Therapeuten
  • Logopädie und Physiotherapie während der Unterrichtszeit in der Einzelförderung
  • LRS – Förderung
  • Förderung bei Rechenschwäche
  • Hausaufgabenbetreuung
  • Arbeitsgemeinschaften am Nachmittag
  • Internetcafe

 

Die Organisation der Sekundarstufe I

 

Auch in der Sekundarstufe I wird abhängig vom Förderbedarf der Jugendlichen und den organisatorischen Vorgaben im Zwei-Pädagogen-System unterrichtet. Weitergeführt werden die Unterrichtsprinzipien des eigenverantwortlichen (Tages- und Wochenplan) sowie des vernetzten- und projektorientierten Arbeitens.

 

An der KSSH können folgende Schulabschlüsse erreicht werden:

1.  Mittlerer Schulabschluss (MSA)
2.  Erweiterte Berufsbildungsreife (eBBR)
3.  Berufsbildungsreife (BBR)

 

für Schüler*innen mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt "Lernen"

1. Ein BBR gleichwertiger Abschluss

2. Berufsorientierter Abschluss (BO)

 

Die Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Bildungsgängen wird durch eine halbjährliche Beurteilung und Beratung der Schüler gewährleistet.

 


Entsprechend der erwarteten Schulabschlüsse werden die Schüler ab dem 9. Schuljahr leistungsdifferenziert unterrichtet:
Schüler, die sich auf den Mittleren Schulabschluss vorbereiten, erhalten in den Kernfächern (Deutsch, Mathematik, Englisch) zusätzlichen Unterricht.

Für Schüler, die den Erweiterten Hauptschulabschluss erreichen können, orientiert sich der Unterricht an der Stärkung der Berufsreife.

Schülern, die den Hauptschulabschluss anstreben, können zusätzliche praxisbezogene Unterrichtsinhalte und –formen angeboten werden.

Bereits ab der 7. Jahrgangsstufe wird der Schwerpunkt der pädagogischen Arbeit auf den Prozess der Lebens- und Berufsorientierung gelegt, unabhängig vom angestrebten Schulabschluss.

Bausteine der Lebens- und Berufsorientierung sind:

  • Der Berufsorientierungsunterricht beginnt im 7. Schuljahr
  • Der Prozess der Berufsorientierung wird vom Schüler während der vier Schuljahre dokumentiert (z.B. durch den Berufswahlpass)
  • Einblicke in die Berufs- und Arbeitswelt werden ermöglicht durch Praktika, praxisorientierte Einheiten und Betriebserkundungen.
  • Praktika finden folgendermaßen statt: 3 Wochen Betriebspraktikum im 8. Schuljahr, 3 Wochen Sozialpraktikum im 9. Schuljahr und dem angestrebten   Abschluss entsprechend mindestens 2 Wochen BP im 10. Schuljahr.
  • Das Thema der Berufsorientierung wird vernetzt mit Inhalten anderer Fächer und z.T. projektorientiert unterrichtet.
  • Der Berufsorientierungsunterricht reflektiert die Situation der Jugendlichen und die damit verbundenen Möglichkeiten und Grenzen der eigenen Lebensplanung – auch unter Einbindung des Religionsunterrichts und der Tage religiöser Orientierung.

 

Die Sekundarstufe I im Überblick:

  • reduzierte Schülerfrequenz (12)
  • Differenzierung je nach angestrebtem Schulabschluss
  • Unterricht überwiegend im Zwei - Pädagogen –  System (Kooperation von Lehrer und Sonderpädagoge)
  • offene Unterrichtsformen (u. a. Wochenplan, Projekt- und vernetzter Unterricht)
  • Notenzeugnisse zum Halbjahr und zum Schuljahresende
  • Berufsorientierung
  • Praxisorientierung
  • Ganzheitliche Reflexion der Lebens- und Berufsperspektive unter Berücksichtigung einer religiösen Dimension
  • Psychosoziales Gruppentraining in den Klassen 7 und 8
  • Betreuung durch Sozialpädagogin und Psychologin
  • Kooperation mit Ärzten, Psychologen, Therapeuten
  • Physiotherapie
  • Individuelle Förderpläne für alle Schüler
  • Hausaufgabenbetreuung
  • Internet – Café

 

Therapeutisches Konzept – Überblick

 

Die unterschiedlichen Beeinträchtigungen der Schüler der KSSH führen dazu, dass verschiedenartige Formen von Schwierigkeiten beim Lernen zu beobachten sind. Deshalb erhalten die Schüler besondere Hilfestellung entsprechend ihrer individuellen Förderschwerpunkte um die Schullaufbahn erfolgreich absolvieren zu können. Über die Schullaufbahn hinaus ist die Stärkung des Selbstwertgefühls und Hilfestellung bei der Bewältigung des alltäglichen und zukünftigen Lebens Ziel der Förderung.

An unserer Schule gibt es folgende therapeutische Angebote:

  • Physiotherapie
  • Psychomotorik
  • Heilpädagogisches Schwimme
  • Logopädie
  • Lese-Rechtschreibförderung

Vor Beginn der Therapie erfolgt eine interdisziplinäre Förderdiagnostik, die gleichzeitig die Grundlage für die individuellen Förderpläne bildet.

Als besondere Ausstattung verfügt unsere Schule über

  • einen Wassergarten (Bewegungsbecken mit Lift)
  • die Möglichkeit therapeutisches Schwimmen für alle Jahrgangsstufen im benachbarten Bewegungsbad Marienfelde anzubieten
  • ein großes Airtramp („Hüpfburg“)
  • eine große Auswahl von Spielgeräten für die Psychomotorik
  • eigene Therapieräume für die Krankengymnastik und die Logopädie
  • einen Schulhof und einen Sportplatz mit wahrnehmungsfördernden Spielgeräten

Die Konzepte der therapeutischen Angebote werden im Einzelnen auf den nächsten Seiten beschrieben.

Physiotherapie

Der Ansatzpunkt der krankengymnastischen Therapie an der KSSH ist die Förderung der Basisfunktionen von Bewegungs- und Wahrnehmungsfähigkeit.

Das bedeutet, dass wir mit physiologischen Mitteln in Regulations- und Anpassungsvorgänge eingreifen um Körperstörungen zu vermeiden oder zu beseitigen, sowie Körperfunktionen zu fördern und zu stabilisieren. Dabei wenden wir verschiedene neurophysiologische Übungsverfahren, wie z.B. Bobath und Vojta an.  
       
Außerdem stellen wir Bedingungen her, denen das Kind entwicklungsgemäß gewachsen ist, da Bewegung eng verbunden ist mit Lust, Wohlbefinden und Motivation.

Methodik

Nach einer interdisziplinären Diagnostik (Bewegungs- und Wahrnehmungs-beobachtung) und der eigenen krankengymnastischer Befunderhebung erfolgt das Erstellen eines Behandlungsplans. Der Befund berücksichtigt Ergebnisse aus der Beobachtung des Kindes, elterliche Verhaltensangaben sowie spezifische Informationen der ärztlichen Befunde.

Organisation

Die Krankengymnastik ist in Absprache mit den Klassenlehrern fester Bestandteil des Stundenplans und somit in den Schulalltag integriert. Die Möglichkeit, eine krankengymnastische Behandlung zu erhalten gilt für alle Jahrgangsstufen. Eine ärztliche Verordnung ist dazu nicht notwendig. 
    
Der Behandlungszeitraum wird entsprechend der Ergebnisse der regelmäßigen Zwischenbefunde von der Therapeutin in Absprache mit dem Klassenlehrer und ggf. den Eltern festgelegt.

In der Regel wird ein Kind ein- bis zweimal wöchentlich eine Schulstunde lang krankengymnastisch betreut.  

In der krankengymnastischen Therapie steht die Einzeltherapie im Vordergrund, deren Grundsätze in geeigneten Fällen ebenso auch in kleinen Gruppen (2 - 4 Kinder) angewendet werden.

Ziele der krankengymnastischen Förderung

  • Anbahnen und Verbessern grundlegender sensorischer und motorischer Funktionen, die Vorraussetzungen dafür sind bewegungssicher zu werden und Freude an der Bewegung zu haben.
  • Anbahnen und Verbessern spezieller sensorischer und motorischer Funktionen und Fertigkeiten
  • Verbessert werden sollen die Bewegungsqualität, die Geschwindigkeit, die Präzision und die Ausdauer bei:
  • Fortbewegung (Laufen und Rollstuhlfahren), Essen, Anziehen, Spielen in allen möglichen Variationen, Roller- und Fahrradfahren, Schwimmen etc.
  • Funktionelle Anpassung des bestehenden Zustandes an die praktischen Erfordernisse, um den Kindern und Jugendlichen ein möglichst unabhängiges und selbst bestimmtes Leben zu ermöglichen. Dazu gehört beispielsweise auch die Beobachtung in verschiedenen Situationen (Unterricht, Pausen und wenn möglich auch zu Hause) um festzustellen, welche Hilfen wir dem Schüler anbieten können, damit er so unabhängig wie möglich wird.
  • Anbahnen und Verbessern der perzeptiv-kognitiven Leistungen bei hirngeschädigten Kindern und Jugendlichen.
  • Der Lernstoff soll hirngeschädigten Kindern über verschiedene Wege der Sinneswahrnehmung nahe gebracht werden (effizienter Gebrauch des ungeschädigten Hirngewebes).
  • Wünsche und Bedürfnisse erkennen und berücksichtigen     
  • Wir versuchen Angebote zu finden, in denen die Selbstständigkeit angeregt wird, um Grundlagen für Erfahrungen und Vorstellungen zu ermöglichen.
  • Versorgung mit Hilfsmitteln für den Alltag in der Schule und zu Hause
  • Individuelle Versorgung aller Schüler und regelmäßige Kontrolle der richtigen Bestuhlung in den Klassen
  • Hinführung zu sportlichen Aktivitäten
  • Bundesjugendspiele für Kinder mit Handicap und Abnahme des Sportabzeichens nach den Richtlinien des Behindertensportverbandes

Psychomotorik

Der Begriff weist auf die enge Verbindung von Psyche und Motorik hin.

Seelische und körperliche Entwicklung stehen in enger Beziehung zueinander. Sehr deutlich ist dieser Zusammenhang bei Kindern zu sehen, wenn sie z.B. „vor Freude hüpfen“ oder „vor Angst zittern“.

Die Psychomotorik versucht den nachgewiesenen engen Zusammenhang zwischen Wahrnehmung, Kognition, Emotionalität, Bewegung und Sozialisation in ein ganzheitliches Konzept der Persönlichkeitsentwicklung zu integrieren und strebt damit eine Gleichwertigkeit und gleichzeitig eine Förderung möglichst aller Persönlichkeitsbereiche an.

Da auch das Erlernen der Kulturtechniken über Wahrnehmung und Bewegung geschieht, spielt die Psychomotorik im Anfangsunterricht eine besonders wichtige Rolle.

Methodik

Die Inhalte der Förderstunden werden so gewählt, dass die Kinder in ihrer Beweglichkeit, in ihrer Grob- und Feinmotorik, in ihrer (Selbst-)Wahrnehmung, in der Koordinationsfähigkeit sowie auch im Gleichgewichtsvermögen gestärkt werden. Auch Konzentrationsfähigkeit, Ausdauer und Entspannung stellen weitere Förderschwerpunkte dar.

Ein wesentliches Prinzip der psychomotorischen Förderung ist das Prinzip der Freiwilligkeit. Die Kinder werden nicht zu bestimmten Bewegungen oder Spielen gezwungen, sie sollen vielmehr aufgrund der Attraktivität des Angebots eine Eigenaktivität entwickeln.  
   
Es geht also nicht um das Erlernen bestimmter Techniken und bestimmter Bewegungsabläufe. Wichtig ist vielmehr die Vielfältigkeit der Bewegungsformen (klettern, springen, fahren, schwingen, entspannen), die Anregung von positiven Gruppenkontakten (z. B. gemeinsames Bauen einer Kletterburg), das Ermöglichen von Erfolgserlebnissen – auch von kleinen –  durch selbst gesetzte Aufgaben (z. B. „Ich bin allein bis ganz nach oben balanciert“). Weitere Aufgaben sind die Anregung der Bewegungsphantasie (z. B. Dschungel bauen), das Aufgreifen der Wünsche der Kinder und Förderung der Eigenaktivität (z.B. „Was kann man auf der Wackelburg alles anstellen?“) usw...

Organisation

Die Psychomotorik ist in die prozessbegleitende Förderdiagnostik der Schulanfangsphase eingebunden und ist zusammen mit dem Schwimmunterricht mit 5 - 7 Wochenstunden fest in den Stundenplan der diagnostisch – therapeutischen Schulanfangsphase integriert.

Ziele der psychomotorischen Förderung

  • Förderung der Persönlichkeitsentwicklung und Handlungsfähigkeit des Kindes
  • Erwerb von Ich-, Sach- und Sozialkompetenz
  • Leistungsverbesserung im motorischen Bereich
  • Förderung der Sensorik, der Emotionalität, der Kreativität und der Kommunikation
  • Umsetzen des in der Übungsstunde Erlernten in Alltags- und Freizeitbereiche
  • Anregen der Phantasie und Eigenaktivität
  • Stärkung des Selbstbewusstsein

Heilpädagogisches Schwimmen

Heilpädagogisches Schwimmen bedeutet ein Sich-Bewegen im Wasser. Wichtig ist es, den Kindern das nasse Element in lustbetonter Weise nahe zu bringen. Dazu gehören der freie Umgang und das Experimentieren mit verschiedenen Spiel- und Lernmaterialien im Wasser.   
   
Nicht zuletzt eröffnet die frühzeitige und vielseitige Vertrautheit mit dem Wasser den Kindern den Weg zu lebenslanger sportlicher Aktivität mit hohem Freizeitwert.

Methodik

Die Umweltsituation Wasser zu bewältigen bedeutet erheblich mehr, als eine Schwimmtechnik zu beherrschen. Das Medium Wasser enthält eine Vielzahl von Bewegungsreizen und bietet einen weit gefächerten Erfahrungsraum. Bereits das Planschen, Spritzen, Duschen bietet zahlreiche Bewegungs- und Wahrnehmungsreize. Über das Spielen sowie die Auseinandersetzung mit verschiedenen Materialien im Wasser werden einerseits Besonderheiten des Mediums (Druck, Auftrieb, Dichte, Temperatur) kennen und bewältigen gelernt, andererseits führt es zu wichtigen körperlichen Anpassungsprozessen. Diese Anpassung und Gewöhnung an die Wassersituation erfolgt gemäß den individuellen Möglichkeiten und Bedürfnissen, Schritt für Schritt und ohne jegliches Drängen von außen, ohne Zwang und Zeitdruck.

Organisation

Heilpädagogisches Schwimmen wird im Rahmen der diagnostisch – therapeutischen Schulanfangsphase begleitend zur Psychomotorik angeboten. Insgesamt haben die Kinder in der Schulanfangsphase 5 - 7 Wochenstunden Psychomotorik bzw. Schwimmen.

Ziele des heilpädagogischen Schwimmens

  • Schwimm- und Bewegungsfähigkeit im und unter Wasser
  • Spaß, Selbstvertrauen und Selbstsicherheit
  • Schulung des Gleichgewichtsinns
  • Bewegungskoordination
  • Sensibilisierung der Sinnesorgane
  • Stärkung der Muskulatur und Atemorgane
  • Erlernen von Schwimmtechniken


Logopädie

Voraussetzung für jegliche gesunde intellektuelle Entwicklung des Menschen ist seine Sprachfähigkeit, das heißt, seine Fähigkeit, Erlebtes mit Hilfe seiner Stimme, seines Gehörs, seiner Sprech- und Sprachorgane und seiner kognitiven Möglichkeiten in Kommunikation zu bringen, in „Sprache“ zu formen. Dazu bedarf es einerseits sämtlicher intakter Sinne sowie Sprech- und Sprachorgane, zum anderen eines guten Sprachvorbildes in der Vorentwicklung, besonders im familiären Umfeld. Wo eine dieser Bedingungen nicht gegeben oder nur begrenzt vorhanden ist, setzt die Notwendigkeit der logopädischen Therapie ein.

Methodik

Abklären des Sprach-, Sprech-, Stimm- und Hörbefundes, Auswerten der Befunde und je nach Lautbefund bzw. Diagnose Erstellung gezielter Therapiepläne und Durchführung der Therapie.

Außerschulische Kooperation:
Elterngespräche, Elternführung und ggf. Kontaktaufnahme und Hilfegesuch bei außerschulischen Einrichtungen (z.B. Poliklinik für Stimm- und Spracherkrankungen, Spastikerzentrum und ggf. niedergelassenen Kollegen (Logopäden), Koordinationshilfe zur zusätzlichen nachmittäglichen logopädischen Therapie).

Organisation

  • Begutachten der einzelnen Kinder im Klassenverband und ggf. im Sprachtherapieraum in der Einzelsituation, regelmäßige Wiederholung des Besuchs im Klassenverband, um sprachliche Fortschritte des Kindes in der Spontansprache im Klassenverband zu beobachten.
  • Je nach Bedarf der Kinder ein- bis zwei- oder in Einzelfällen dreimal wöchentlich eine Schulstunde zur Einzeltherapie (Kontaktaufnahme, spielerischer Beginn oder spielerisches Ende, etwa 20 Minuten intensive Arbeit fachspezifisch, je nach Konzentrationsvermögen und Allgemeinzustand des Kindes). Hin und wieder Kleingruppentherapie (2 bis 3 Kinder).
  • Enge Absprache mit Klassen- und Fachlehrern sowohl bezüglich des Lehrplans als auch im Jahreskreis (religiöse und sonstige Geschehen im Jahresablauf) sowie die thematische Verknüpfung der Lerninhalte mit logopädischer Therapie (z.B. Theaterstücke, Texte, Lese- und Lernprogramme, Projekttage).
  • Kooperation mit der Psychologin

Ziele der logopädischen Therapie

Abbau und Minderung von

  • Kindlichen Sprech- und Sprachentwicklungsstörungen (SES) sowie Sprachentwicklungsverzögerungen (SEV), Dyslalien und Dysgrammatismen alle Formen und Schwierigkeitsgrade
  • Rhinophonien und Rhinolalien
  • Aphonien (Dysphonien) bei Tracheostoma (Trachealkanülenträgern)
  • Myofunktionellen Störungen aller Ursachen
  • Dysphagien
  • Stimmstörungen vielfältiger Genese
  • Stottern / Poltern
  • Dysphasien/ Dysarthrien
  • Entwicklungsdyslexien /-dysgraphien
  • sowie Abbau und Minderung der sprachlichen / stimmlichen Folgen bei: Infantiler Cerebralparesen (Mehrfachbehinderungen)
  • Hörstörungen

Lese - Rechtschreibförderung

In der Schule bilden die Kenntnisse der Schriftsprache die Grundlage für fast alle Schulfächer - nicht nur für das Fach Deutsch. Je höher die Klassenstufe desto wichtiger ist es, dass der Schüler selbstständig mit schriftlichen Aufgabenstellungen umgehen und Texte erlesen sowie schreiben kann. Entsprechend wirkt sich eine Lese-Rechtschreibschwäche  in der Regel negativ auf die allgemeinen Schulleistungen aus. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, eine Lese-Rechtschreibschwäche  möglichst frühzeitig zu erkennen und ihr durch geeignete Fördermaßnahmen entgegenzuwirken.

Die Lese- Rechtschreibschwäche ist eine Form einer Lernstörung (Teilleistungsschwäche). So vielfältig die Diagnosen und Krankheitsbilder der Schüler der KSSH sind, so vielfältig sind auch die Ursachen und Ausprägungen einer Lese- Rechtschreibschwäche.

Methodik

Wir arbeiten in Anlehnung an den Kieler Leseaufbau / Kieler Rechtschreibaufbau.

Dabei wird mit lautgetreuem Wortmaterial mit zunächst begrenztem Buchstabenumfang gearbeitet. Der Umfang der verwendeten Buchstaben und Wörter wird im Training allmählich und systematisch erweitert. Besonderen Wert wird auf „Silbenarbeit“ gelegt (von Anfang an Synthese von Einzellauten zu Silben, Zerlegen von Wörtern in Sprechsilben). Der Lernprozess wird durch ein System von Handzeichen unterstützt (man kann die flüchtigen Laute so quasi „festhalten“). Parallel dazu werden die Anwendung der Grundregeln der Rechtschreibung geübt und fehlervermeidende Arbeitstechniken trainiert.

Organisation

Die Förderung erfolgt in Absprache mit den Klassenlehrern im Rahmen der regulären Unterrichtsstunden. Der zeitliche Umfang beträgt in der Regel eine Wochenstunde. Gearbeitet wird mit ein bis zwei Schülern. Größere Gruppen wären nicht mehr effektiv genug.  

Um eine Kontinuität des Förderunterrichts z.B. bei einem Wechsel der Lehrkraft zu gewährleisten, orientieren sich alle Förderlehrer an der gleichen Methode.

Ziele der Lese- Rechtschreibförderung

  • Sichere Phonem – Graphem – Zuordnung (Kenntnis der Formen der Buchstaben – auch groß/ klein, Druckschrift/ Schreibschrift, Kenntnis der Lautwerte)
  • Sicheres Verfügen über die phonemische Strategie (der Schüler ist in der Lage, alle Laute eines Wortes akustisch zu analysieren und diese Laute in der richtigen Reihenfolge zu verschriftlichen)
  • Silbenarbeit: Wörter können in Sprechsilben zerlegt werden, aus Silben können Wörter gebildet werden; beim Lesen können Wörter silbenweise erfasst werden (kein lautierendes Lesen), schwierige und / oder lange Wörter können in Sprechsilben zerlegt und so besser erlesen und leichter geschrieben werden
  • Grundregeln der Rechtschreibung erwerben (z.B. Groß- und Kleinschreibung, Wortarten, Vor- und Nachsilben, Wortverwandtschaften erkennen)
  • Techniken der Selbstkontrolle des Geschriebenen erwerben
  • Textverständnis: der Schüler kann den Inhalt erlesener Texte erfassen

Psychologie an der KSSH

Die Aufgabenbereiche der Psychologin an der KSSH umfassen psychologische Diagnostik und Beratung.

Diagnostik und Beratung

Psychologische Diagnostik im Kindes- und Jugendalter umfasst eine differenzierte Erhebung auf der Ebene des Denkens, der Affekte und des Verhaltens unter Berücksichtigung der körperlichen, individuellen und psychosozialen Bedingungen.

Diagnostisches Handeln lässt sich als Problemdefinitions-, löse- und Entscheidungsprozess beschreiben. Je nach Fragestellung sind verschiedene Ebenen und Vorgehensweisen zu berücksichtigen. Dabei kann eine Entwicklungs-, Intelligenz-, Leistungs-, Verhaltens- und Psychodiagnostik und / oder die Diagnostik der psychosozialen Bedingungen im Vordergrund stehen. 
        
Entsprechend der Problemstellung werden das Kind, der Jugendliche, die Lehrer, Erzieher, Eltern, Familie, Therapeuten und Ärzte mit einbezogen.

Psychologische Beratung richtet sich an alle „mit Schule beteiligten Personen“, dazu gehören Schüler, Eltern, Familien, Lehrkräfte, inner- und außerschulische Therapeuten.

Ziele der psychologischen Beratung und Diagnostik

Im schulischen Rahmen dient psychologische Diagnostik überwiegend zur
    Feststellung von Über- oder Unterforderung eines Schülers
    Erstellung eines individuellen Förderplans für einen Schüler
    Feststellung von Teilleistungsstörungen wie Lese-Rechtschreibstörung, Rechenschwäche, u.a.
    Erkennung von Auffälligkeiten im Rahmen von Persönlichkeits-, Verhaltensstörungen und emotionalen Störungen

Die Ziele einer psychologischen Beratung hängen von der Fragestellung ab.
     
Die Inhalte der Beratung umfassen ein breites Spektrum wie Lern- und Leistungsstörungen, familiäre Veränderungen, Konflikte und Krisen im schulischen und familiären Umfeld, Ängste und Unsicherheiten bezüglich einer psychischen Auffälligkeit, Konflikte zwischen Mitschülern, Schülern und Lehrkräften, Eltern und Lehrkräften, Information über außerschulische Unterstützungs- und Therapieangebote, Information und Austausch zu Fragen der Suchtprophylaxe.

Dabei kann es um einen Austausch von Informationen gehen (z.B. Was ist eine Psychotherapie?) oder die Vermittlung von weiterführenden Angeboten (Wie finde ich einen passenden Psychotherapeuten? Gibt es eine Beratungsstelle für das spezielle Problem meines Kindes?), aber auch um das Erkennen eigener Handlungsmuster, -spielräume und das Erarbeiten von individuellen Veränderungsmöglichkeiten.

Methoden der Diagnostik

Je nach Fragestellung und Alter des Kindes / Jugendlichen können im Rahmen der psychologischen Diagnostik verschieden Methoden zur Anwendung kommen:

  • Gespräche mit dem Kind / Jugendlichen, den Eltern, Lehrern, u.a.
  • Standardisierte Frageböge
  • Verhaltensbeobachtungen
  • Psychologische Testverfahren

Möglichkeiten der Psychologie an der KSSH

Eine psychologische Beratung ist freiwillig und vertraulich.           
Die Psychologin verfügt über einen eigenen Raum und ist über eine eigene Rufnummer auch telefonisch ansprechbar.
Es kann sich um eine einmalige Beratung / Diagnostik oder ein kontinuierliches Beratungsangebot handeln.

Zusätzliche Angebote der Psychologin an der KSSH:

  • Kontaktperson der Oberschule für den Bereich der Suchtprophylaxe
  • Durchführung des Psychosozialen Gruppentrainings (PSG), Klassen 7 und 8


Das Psychosoziale Gruppentraining ( PSG)

Was bedeutet „PSG“?

„Psycho“: Das Mitbringen der je individuellen Persönlichkeit        
„Soziales“: Das Miteinander, der Umgang miteinander     
„Gruppen“-: Die Klasse als Gruppe, die Rolle der Einzelnen in der Gruppe       
„Training“: Kennen lernen von Gruppenprozessen, der eigenen Rolle in der Gruppe, Ausprobieren von anderen Rollen, Kennen lernen und Übung von kooperationsfördernden Inhalten

Ziele des PSG

sind das Kennen lernen, Verdeutlichen, Üben und Verbessern von
    Formen der Kommunikation (Regeln von Kommunikation)
    Selbst- und Fremdwahrnehmung
    Persönlichen Stärken und Ressourcen
    Sozialer und emotionaler Kompetenz
    Eigenen Handlungsspielräumen
    Kooperation statt Konkurrenz
    Umgang mit Konflikten

Thematische Inhalte des PSG

Im Verlauf des PSG werden folgende Themen erarbeitet:

  • Kennen lernen/ Selbstwahrnehmung/ Fremdwahrnehmung
  • Regeln der Kommunikation, Übung von Kommunikation
  • Kooperation statt Konkurrenz
  • Unsere Gruppe (Struktur der Gruppe, Rollen der Einzelnen in der Gruppe)
  • Konflikte (Wie entstehen Konflikte? Möglichkeiten und Methoden der Konfliktklärung)
  • Gefühle (Wahrnehmung von und Umgang mit Gefühlen)

Bei Bedarf und Interesse der Gruppe können die Inhalte um folgende Bereiche ergänzt werden:

  • Familie, Lebensgemeinschaften (Rechte und Pflichten der Einzelnen in der Familie, Konflikte zwischen Abhängigkeit und  Ablösung)
  • Freundschaft, Partnerschaft und Liebe
  • Zukunft (Vorstellungen, Wünsche, Hoffnungen und Ängste bezüglich der privaten, familiären und beruflichen Perspektiven)


Angebot des PSG

Das Angebot „Psychosoziales Gruppentraining“ richtet sich an die Klassenstufen 7 und 8 und erfolgt über einen Zeitraum von 2 Schuljahren in einem vierzehntägigen  Turnus.     
Das Psychosoziale Gruppentraining wird von einer Psychologin der St. Hildegard Schule in enger Zusammenarbeit mit der Klassenlehrkraft geleitet.      
Das PSG ist fester Bestandteil des schulischen Profils der Schule, die Teilnahme aller Schüler ist daher ausdrücklich erwünscht.       
Die Schüler erhalten keine Benotung, sondern zum Abschluss eine Teilnahmebescheinigung und einen persönlichen Brief.    
Die Eltern werden im Rahmen des ersten Elternabends in Klasse 7 ausführlich über die Inhalte und die Durchführung des PSG informiert.   
Es erfolgt eine Evaluation (Auswertung) zu verschiedenen Zeitpunkten des PSG unter Beteiligung der Schüler, der Lehrkraft und  der Trainingsleiterin (Einzel- und Gruppenauswertung).

Schulsozialarbeit an der KSSH

Die Veränderungen in Gesellschaft, Lebens- und Arbeitswelt führen dazu, dass an die Schule in immer stärkerem Maße der Anspruch gestellt wird, mehr als eine Institution zur Wissensvermittlung zu sein.
Kinder und Jugendliche mit gesundheitlichen Einschränkungen stehen unter dem besonderen Druck, sich in einer leistungsorientierten Welt zu behaupten. Sie benötigen eine spezifische Unterstützung und besondere Hilfestellungen zur Bewältigung ihrer aktuellen und zukünftigen Lebenssituation. Bei den Jugendlichen entstehen angesichts ihrer beruflichen Perspektive oft Zukunftsängste, die Orientierungslosigkeit und ein mangelndes Selbstwertgefühl zur Folge haben können. Die sozialpädagogische Begleitung in der Phase der Berufsorientierung erhält daher eine besondere Bedeutung.

Wie wird die Schulsozialarbeit durchgeführt?

Die Sozialpädagogin ist Ansprechpartnerin für alle Schüler unserer Schule, wenn sie z.B.

  • einen Ansprechpartner neben Unterricht und Elternhaus suchen
  • in schwierigen Lebenssituationen sind
  • eine aktuelle Problemsituation (schulisch und / oder außerschulisch, familiär) erleben
  • Begleitung bei der Berufsfindung und zukünftigen Lebensplanung benötigen

Auch für Eltern, Geschwister, Therapeuten, Lehrkräfte und ehemalige Schüler steht die Sozialpädagogin als Ansprechpartnerin zur Verfügung.

Schulsozialarbeit begleitet und berät die Betroffenen bei Fragen der alltäglichen und auch zukünftigen Lebensbewältigung. Dabei ist die Arbeit in erster Linie entwicklungsorientiert und nicht ergebnisorientiert. Schwerpunkt ist die Initiierung eines Prozesses und nicht dessen Bewertung und Ergebnis. Schulsozialarbeit hat präventive und intervenierende Aufgaben. Sie trägt dazu bei, einen Ort zu schaffen, an dem sich Schüler aufgehoben fühlen. Sie bietet Hilfe und Lösungsstrategien zur Überwindung  und Verringerung von Konflikten und sozialen Problemen in Schule und Elternhaus.

Ein wichtiger Schwerpunkt ist die Unterstützung der Schüler in der Phase der Berufsorientierung. Das kann eine Begleitung zur Agentur für Arbeit, eine Hilfe beim Formulieren von Bewerbungsschreiben oder ein Gespräch sein.

Der Austausch mit den Mitarbeitern der Agentur für Arbeit ermöglicht eine gezielte und individuelle Beratung in Fragen der Berufsfindung.

Folgende Angebote der Schulsozialarbeit gibt es zur Zeit:

  • Sozialpädagogisches Konzept
  • Anleitung des Hausaufgabenzirkels
  • Beratung in individuellen Problemsituationen
  • Vermittlung bei Konflikten zwischen Schülern
  • Vermittlung bei Konflikten zwischen Schülern und Lehrern
  • Gruppengespräche bei Konflikten in einer Klasse
  • Mitgestaltung und Mitplanung von Unterrichtsprojekten
  • Mitarbeit am Unterricht in Teilbereichen des Fachs Arbeitslehre
  • Koordination zwischen Agentur für Arbeit und Schule
  • Aufbau und Pflege von Kontakten zu Betrieben (z.B. bei Durchführung der Betriebspraktika, Betriebserkundungen)
  • Kooperation mit anderen Dienststellen (z.B. Sozialamt, Jugendamt, Agentur für Arbeit, Berufsbildungswerke)
  • Begleitung der Schüler (z.B. Krankenhaus, Agentur für Arbeit, Jugendamt)
  • Beratung für Eltern, ggf. Hausbesuche
  • Anleitung und Vertrauensperson für FSJ`ler (junge Erwachsene im Freiwilliges Soziales Jahr) und Schulpraktikanten
  • Anleitung der Cafeteria – Ecke , die von den FSJ`lern betrieben wird
  • Kontaktperson der Grundschule für den Bereich der Suchtprophylaxe

Organisation

Für die individuelle Beratung bzw. Begleitung werden vertrauliche Gespräche angeboten.

Daneben ist wesentlicher Bestandteil der Schulsozialarbeit die Kooperation mit den Lehrkräften. Die „Schnittstelle“ der Zuständigkeit ist durch einen regelmäßigen Kontakt und Austausch gewährleistet.

In Fächern, die sich auf soziale Themen und Berufsorientierung beziehen, findet eine regelmäßige Teilnahme am Unterricht statt, wodurch die Sichtweise der Sozialarbeit als eine zusätzliche ergänzende Komponente in die behandelten Themen einfließt.

Ziele der Schulsozialarbeit

  • Stärkung des Selbstwertgefühls
  • Förderung des Erwerbs sozialer Kompetenzen
  • Stärkung eigenverantwortlichen Handelns
  • Unterstützung bei der Bewältigung psychosozialer Probleme sowie gemeinsame Suche nach Lösungsmöglichkeiten
  • Unterstützung des Prozesses der Sozialintegration
  • Begleitung und Beratung bei Fragen der alltäglichen Lebensbewältigung
  • Vermittlung sozialer, emotionaler und kognitiver Kompetenzen als Vorbereitung auf die  Herausforderungen des Lebens

Suchtprophylaxe an der KSSH

Was bedeutet Suchtprophylaxe?

Suchtprophylaxe im schulischen Rahmen bedeutet grundsätzlich gute pädagogische Arbeit zu leisten. Das bedeutet, dass neben der Wissensvermittlung für die Schüler Raum und Gelegenheit geschaffen wird Gefühle auszudrücken, Ängste zu formulieren und mit Konflikten umzugehen. Kinder sollten in ihrer gesamten Persönlichkeit wahrgenommen werden und in ihrer Lebensbewältigung gestärkt und gefördert werden.

Je stabiler eine Persönlichkeit ist, je besser die zwischenmenschlichen Beziehungen und Konfliktstrategien und je mehr Wertvorstellungen nicht nur auf materiellen Konsum gerichtet sind, desto geringer ist die Gefahr, in eine Abhängigkeit zu geraten.

Ziele der Suchtprophylaxe

Suchtprävention bedeutet

  • Stärkung des Selbstwertgefühls
  • Entwicklung der Kommunikations- und Beziehungsfähigkeit
  • Förderung der Selbstwahrnehmung
  • Trainieren von Konfliktfähigkeit
  • Orientierungshilfen anbieten
  • Kreativität fördern
  • Alternativen zum Suchtmittelgebrauch anbieten

Suchtprophylaxe muss schon in der Grundschule beginnen, „denn wer das erste Knopfloch verpasst, kommt mit dem Zuknöpfen nicht zurecht“. (GOETHE)

Was sind „Kontaktpersonen für Suchtprophylaxe“?

Grundsätzlich ist es Aufgabe aller schulischen Mitarbeiter im Bereich Suchtprophylaxe tätig zu sein. 
 
Darüber hinaus gibt es für die Grundschule und für die Oberschule je eine Kontaktperson für Suchtprophylaxe, die sich in besonderem Maße den Problemen der Suchtprophylaxe widmet.

Diesen „Kontaktpersonen  für Suchtprophylaxe“ obliegen folgende Aufgaben:

  • Regelmäßige Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen und bezirklichen Arbeitskreisen
  • Weitergabe ihres Wissens über Suchtprophylaxe an alle an der Schule Beteiligten, Vermittlung von  Angeboten,Anregungen und Informationen
  • Beratung von Schülern, Lehrern und Erziehungsberechtigten bei auftretenden Problemen
  • Vermittlung von außerschulischen Hilfs-, Beratungs- und Therapieangeboten
  • Unterstützung, Begleitung bei der Organisation von Projekten
  • Bereitstellung, Erweiterung und Aktualisierung von Literatur, Medien, Unterrichtsmaterialien zum Thema Suchtprophylaxe
  • Suchtprophylaktische Angebote für die Grund- und Oberschule im Rahmen von Unterrichtsprojekten und dem Psychosozialen Gruppentraining

Ansprechpartner mit je eigenem Raum und Telefon sind die Schulpsychologin und die Schulsozialarbeiterin.

Durchführung des Schulbetriebs / Schulorganisation

Die Katholische Schule St. Hildegard ist einzügig.
Es wird eine Klassenfrequenz von 10-12 Schülern angestrebt.
Unterrichtet wird von Montag bis Freitag.

Das Angebot differenzierter sonderpädagogischer Maßnahmen umfasst folgende Ausstattung:

Personelle Ausstattung

    Sonderschullehrer
    Lehrer
    an der Schule tätiger Psychologe
    Sozialpädagoge
    Physiotherapeuten
    Logopäde
    pädagogische Unterrichtshilfen
    Unterrichtshilfen
    Mitarbeiter für die Betreuung behinderter Schüler
    Schulhelfer

Bauliche Ausstattung

    Physiotherapieraum
    Therapie- und Beobachtungsraum
    Schwimmbad (eingeschränkt nutzbar)
    Wassergarten
    Sporthalle
    Sportplatz mit Spielgeräten
    Schulhof mit Spielgeräten
    Aula mit Bühne
    Großküche
    Werkstatt
    PC-Raum mit Internetanschluss
    Berufsvorbereitungsraum mit Internetanschluss
    Mehrzweckraum für Naturwissenschaften
    Musikraum
    Fahrstuhl
    Rollstuhlgerechte Toiletten

Zur Verfügung stehen weiterhin zwei schuleigene Kleinbusse

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